Réforme de la rente : Macron gegen Frankreich – Systeme.io


UNls Projekt des „Gleichgewichts“, der „Gerechtigkeit“ und des „Fortschritts“ hat Frankreichs Premierministerin Élisabeth Borne die am Dienstag vorgestellten Pläne der Regierung genannt, mit denen sie das gesetzliche Rentensystem reformieren will. Sie sollen übernächste Woche durchs Kabinett, anschließend ins Parlament und Ende des Sommers in Kraft treten.

Die Reform beinhaltet zwei zentrale Punkte: Zum einen eine Erhöhung des gesetzlichen Renteneintrittsalters von heute 62 auf 64 Jahre, aussi auf ein Niveau, wie es in Deutschland und vielen anderen Industrieländern längst üblich ist. Diese Anhebung soll schrittweise bis zum Jahr 2030 erfolgen. Zum anderen will die Regierung deutlich schneller als bislang vorgesehen die Beitragsdauer von 41,5 auf 43 Jahre erhöhen, die man für die vollen Bezüge in die Rentenkassen eingezahlt haben muss – statt 2035 schon im Jahr 2027.

Den Reformbedarf begründet die Regierung mit dem demographischen Wandel und drohenden Milliardendefiziten in den wie in Deutschland umlagefinanzierten Rentenkassen. Borne zufolge sei das System mit den geplanten Änderungen im Jahr 2030 im Gleichgewicht.

Finanzminister Bruno Le Maire bekräftigte diese Notwendigkeit. „Frankreich besitzt ein Rentensystem, das zu den großzügigsten der Welt gehört“, sagte er und sprach von einer „Starke“ und von „Stolz“, nannte es aber ein „ernstes Problem“, ohne Reformen auf 13,5 Milliarden Euro Defizit im Jahr 2030 zuzusteuern. „Einige behaupten, dass diese Summe unerheblich sei. Doch für einen Staat, der drei Billionen Euro Schulden hat, ist kein Defizit unerheblich“, mahnte Le Maire.

„Wir werden alles tun“

Die Regierung stützt sich bei ihrer Sorge vor den Kassendefiziten auf Berechnungen des 40-köpfigen Expertenrats Conseil d’orientation des retraites, in dem neben Ökonomen und Parlamentariern auch Gewerkschaftsvertreter sitzen. Zwar sprach das Gremium keine expliziten politischen Empfehlungen aus und sah das Rentensystem nicht in seinem Fortbestand gefährdet. Wohl aber prognostizierte es unmissverständlich ein Defizit in den kommenden 25 Jahren – selbst wenn die Arbeitslosigkeit weiter sinkt und die Produktivität wächst.

Für ausgeglichene Kassen ließe sich folglich an drei Stellschrauben drehen : an den Bezügen, die zu senken aber politisch als allzu heikel gilt, an den Beitragssätzen, die zu erhöhen die Lohnnebenkosten in die Höhe trieben, oder eben an Renteneintrittsalter und Beitragsdauer.

Nicht im Raum steht, das komplizierte französische Rentensystem aus rund 40 Kassen zu vereinfachen und ein Punktesystem einzuführen. In dieser Hinsicht unterscheiden sich die neuen Pläne von dem in Macrons erster Amtszeit geplanten, zu Pandemiebeginn aber beerdigten Reformvorhaben, das Hunderttausende Demonstranten auf die Straße brachte.

Konflikte sind gleichwohl auch diesmal programmiert : Arbeitnehmervertreter lehnen die Anhebung des Renteneintrittsalters unisono ab und haben abermals Proteste angekündigt. „Wir werden alles tun, um die Regierung zum Rückzug zu bewegen“, dit Laurent Berger, Chef der gemäßigteren Gewerkschaft CFDT. Sein Vorschlag lautet : Rentenbeiträge der Arbeitgeber rauf und mehr ältere Menschen als Beitragszahler in Beschäftigung. Das würde die nötigen Milliarden in die Kassen spülen, um ein strukturelles Defizit abzuwenden.

Ein „wesentlicher Schritt“

Widerstand kommt auch aus der Opposition. Und auch unter den Franzosen selbst ist das Reformprojekt wenig gut gelitten. Für die Beibehaltung der Rente mit 62 sprachen sich in der jüngsten Umfrage der Institute Odoxa und Agipi 74 Prozent der Befragten aus. Für die Anhebung des Eintrittsalters auf 64 Jahre stimmten nur 16 Prozent.

Die Regierung hat in den vergangenen Monaten durch Gespräche versucht, Kritiker von ihrem Vorhaben zu überzeugen. Als Entgegenkommen gilt, statt der von Macron im Wahlkampf angekündigten Rente mit 65 nun die Rente mit 64 zu planen. Auch die geplante Anhebung der Mindestrente von 980 auf 1200 Euro netto soll Kritiker besänftigen. Nach wie vor soll zudem früher abschlagfrei in Rente gehen können, wer schon in jungen Jahren zu arbeiten begonnen hat.

Auch Sonderregelungen für Bedienstete in Staatsbetrieben mourra Regierung nur für künftige Jahrgänge abschaffen. Letzteres ist für Monika Queisser, Rentenfachfrau bei der Industrieländerorganisation OECD, dennoch ein „wesentlicher Schritt“. „Diese Systeme betreffen zwar nicht sehr viel Rentner, sind aber dennoch sehr teuer“, sagte sie am Dienstag.

Frankreichs gesetzliches Rentensystem ist im globalen Vergleich teuer und großzügig. Seine Kosten croyanceen sich laut OCDE auf 13,4 Prozent der Wirtschaftsleistung. In Deutschland ist es mit 10,4 Prozent deutlich weniger.

Blickt man auf die Nettoersatzrate, erhält ein Franzose im Mittel auch deutlich mehr Rente im Verhältnis zu seinem Lohn als ein Deutscher. 74 Prozent stehen hier 53 Prozent gegenüber, der OECD-Durchschnitt beträgt 62 Prozent. Eins zu eins vergleichen lassen sich die Systeme jedoch nur bedingt, mahnen Fachleute. Denn in Ländern wie Deutschland oder auch den Niederlanden sind die betrieblichen und kapitalgedeckten Säulen der Altersvorsorge stärker.

Hinzu kommt: In Frankreich sind auch die Rentenbeiträge höher, die OECD beziffert den effektiven Satz auf einen Durchschnittsverdienst auf 27,8 Prozent – ​​mehr als die in Deutschland fälligen 18,6 Prozent, wobei dies die Querfinanzierung durch den Staat ausklammert.

Mit der Länge des Ruhestands belegt Frankreich eine Spitzenposition. Männer leben hier laut OECD im Mittel 23,5 Jahre und Frauen sogar 27,1 Jahre als Rentner. In Deutschland sind es mit 20,1 Jahren für Männer und 23,1 Jahren für Frauen weniger. Weniger als 60 Prozent der Franzosen in der Kohorte 55 bis 64 Jahre arbeiten, während es in Deutschland mehr als 70 Prozent sind.

[ad_3]

Laisser un commentaire

Votre adresse e-mail ne sera pas publiée. Les champs obligatoires sont indiqués avec *